Wie lebte man vor über 120Jahren?  In unserer Feuerwehrchronik findet der Leser viele  Antworten auf diese Frage. Unser Kamerad Klaus Jungnitsch hat in mühevoller Kleinarbeit diese Chronik aus der deutschen Handschrift  übersetzt und erklärt. Dabei kommt nicht nur der "Feuerwehrfan" auf seine Kosten.

In mehreren Fortsetzungen können Sie nun einen "Fortsetzungsroman der anderen Art" erleben.

Geschichte der FFw Schirgiswalde

rekonstruiert aus den Niederschriften ihrer Sitzungen vom 09.09.1888 bis 03.02.1925

                                   Gründungsprotokoll vom 9. September 1888

Teil 12


Hornsignale


Der folgende Beitrag wurde leicht angepasst aus der Übungsordnung der sächsischen Feuerwehren von 1884 (5. verbesserte Auflage von 1902) übernommen:


Signale


Die Signale sollen der Zahl nach gering und in ihrer Zusammenstellung einfach sein. Das Signal ist dort anzuwenden, wo die menschliche Stimme nicht ausreicht und die Entfernung oder das Geräusch der Löschoperationen das Signal erfordert.

Die Signale dürfen höchstens zwei Töne haben, so dass sie gleichmäßig mit dem Horn, der doppeltönigen Hupe oder Pfeife gegeben werden können.

Die nachfolgend aufgeführten Signale, genügen vollständig für kleinere und mittlere Feuerwehren, nur größere Corps werden noch einige wenige anfügen müssen, namentlich Anrufsignal für die verschiedenen Abteilungen der mehrfach gegliederten Feuerwehr. Unter den Anrufsignalen sind 6 aufgeführt und 5 unter den Ausführungssignalen, also insgesamt nur 11 Signale, welche aber in ihrer Kombination die verschiedensten notwendigen Signalverbindungen ermöglichen.


Hierzu kommen noch 3 Rohrführer-Signale für eintönige Hupe oder Pfeife. In der Regel werden die Anrufs- und Ausführungssignale in Verbindung zu bringen sein. Einige Beispiele befinden sich unter IV. Signalverbindungen.


I. Anrufsignale.


1. Alarm.



2. Feuerwehr- oder Kompanieruf. (für jede Feuerwehr besonders zu wählen)



3. Spritzenzug.




4. Steigerzug.




5. Schlauch- und Hydrantenzug




6. Samariterruf





II. Ausführungssignale.


1. Sammeln oder Antreten.




2. Stillgestanden oder Wasser-Marsch oder vorwärts.




3. Halt.




4. Zurück.




5. Weggetreten oder Aufgepackt.





III. Signale für Rohrführer.


1. Wasser-Marsch.




2. Wasser-Halt.




3. Unterstützung (Hilferuf).





IV. Signalverbindungen


1. Feuerwehr, antreten.




2. Spritzenzug, Wasser Marsch.




3. Steiger, zurück.




4. Feuerwehr zurück und aufpacken




Ein jeder Mann der Feuerwehr muß die Signale ebenso gut kennen, wie ein tüchtiger Signalist. Vor allem ist das zu viele Signalblasen zu vermeiden.



Soweit der Auszug aus der Übungsordnung.


Leider kann ich hier keine Tonbeispiele hinterlegen. Interessenten können sie direkt bei mir über die Kontaktadresse dieser Homepage als Audio CD oder MP3 Datei (auch als Klingelton geeignet) anfordern.



Fortsetzung folgt

Quellen:

- „Die Geschichte der Stadt Schirgiswalde“ von Franz Adolf Stoy, 2.vermehrte Auflage 1905

- Niederschriften der Sitzungen der FFw Schirgiswalde
- Niederschriften der Sitzungen der Fabrikfeuerwehr Herrmann Wünsche´s Erben
- „Übungsordnung für die sächsischen Feuerwehren“ Herausgegeben vom Landesausschuß sächsischer Feuerwehren 5. verbesserte Auflage 1902
- mündliche Aussagen von Frau Anna Jungnitsch und anderen Schirgiswalder Einwohnern


In eigener Sache:

Für Hinweise, Richtigstellungen und Ergänzungen bitte an mich (über Kontaktadresse) wenden.

Über die Anzeige weiterer eventuell in Privatbesitz befindlicher Dokumente wie Briefe, Fotos oder Gegenstände wäre ich sehr dankbar. Ebenso über jegliche Informationen zu genannten Personen und Gruppierungen.
Interessenten können die vorhandenen Niederschriften beider Feuerwehren als PDF-Datei und Kopien der Originalseiten und einige vorhandene Fotos als JPG-Bilder bei mir anfordern.

Klaus Jungnitsch




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